IT-Forschung und Entwicklung in Österreich

Österreich unter den Top 20
Österreich hat zum ersten Mal seit der Einführung des IT Industry Competitiveness Index (zu Deutsch: Wettbewerbsfähigkeits-Index der Informationstechnikindustrie) vor vier Jahren den Sprung unter die besten 20 geschafft. Der Index gibt Auskunft über die Attraktivität einzelner Staaten auf die Informationstechnik-Branche und wird von der Business Software Alliance, kurz BSA genannt, in Auftrag gegeben.

Die untersuchten Faktoren
Die BSA ist der auf internationaler Ebene tätige Interessenverband der Softwareanbieter und wurde im Jahr 1988 gegründet. 2007 beauftragte die BSA das renommierte Marktforschungsinstitut der englischen Zeitschrift Economist, die Economist Intelligence Unit, kurz EIU genannt, mit der Untersuchung der Anziehungskraft von 66 Staaten weltweit auf die Informationstechnikindustrie. Dabei erhob die EIU zum zweiten Mal nach 2009 eigene Daten und analysierte die Daten der EU, des IWF (Internationaler Währungsfonds), der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und weiterer unabhängiger Quellen.

Dabei verglich das Institut sechs Faktoren, nämlich …
IT-Forschung und Entwicklung in Österreich
Die Verbesserungen auf den Gebieten der Forschung und Entwicklung haben dazu geführt, dass Österreich von Platz 22, den es bei der ersten Erhebung 2009 erreicht hatte, auf Platz 17 vorgerückt ist. Der Senior Director der BSA, Georg Herrnleben meinte über diesen positiven Verlauf: „Österreich hat sich wegen seiner Fortschritte bei Forschung und Entwicklung in der diesjährigen Studie stark verbessern können. In den kommenden Jahren hat die Politik nun die Möglichkeit, diesen Trend weiter zu verstärken und auszunutzen, indem sie einerseits fördernd eingreift, etwa was Ausbildung, Forschung oder Rechtsschutz angeht, andererseits aber keine Technologien oder Geschäftsmodelle anderen vorzieht. Der globale Vergleich zeigt, dass sich der Aufwand lohnt.“ Auch Bernhard Peischl von der Technischen Universität in Graz glaubt an die Zukunft der Software-Entwicklung in Österreich, da die IT-Durchdringung der Unternehmen immer stärker werde und die Anforderungen an die Qualität deutlich gestiegen seien. Die IT-Experten der heutigen Zeit müssten Kommunikationsfähigkeit und Branchenverständnis besitzen, um die Bedürfnisse der Menschen zu verstehen. Das könnten nur gut ausgebildete Leute.

Internationaler Vergleich
Wie in den Vorjahren liegen die USA auf Platz eins, gefolgt von Finnland und Singapur, das sich von Rang neun auf Platz drei verbessern konnte. Neben Finnland liegen fünf weitere europäische Staaten unter den zehn Erstplatzierten, nämlich Schweden, Großbritannien, Dänemark, Irland und die Niederlande. Österreich liegt knapp hinter den anderen deutschsprachigen Ländern, der Schweiz (vom 14. auf den 12. Platz gestiegen) und Deutschland (vom 20. auf den 15. gestiegen) und hat einen Gesamtwert von 61,4 Punkten erreicht (USA: 80,5 Punkte). Zwei Staaten, die noch vor wenigen Jahrzehnten zu den Entwicklungsländern gezählt wurden, haben die bedeutendsten Fortschritte gemacht. Malaysia verbesserte sich um elf Plätze, Indien um zehn, aber auch andere Länder, die bislang mit IT Forschung und Entwicklung nicht in Zusammenhang gebracht wurden, wie die Türkei, Polen, Slowenien, Portugal und Mexiko konnten sich um mindestens vier Plätze verbessern, während die Niederlande, Belgien und Frankreich um einige Plätze verschlechtert haben.

Der Präsident der BSA, Robert Holleyman sagte dazu : „Es ist jetzt wichtiger denn je, dass Regierungen die IT-Branche langfristig fördern. Sie müssen Strategien für die nächsten sieben bis neun Jahre entwickeln und entsprechende Investitionen tätigen, um ernstzunehmende Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit als IT-Standort zu machen“ und weiter: „Es wird im diesjährigen IT Industry Competitiveness Index deutlich, dass Investitionen in technologische Innovation langfristig größte Gewinne erbringen. Doch es ist auch klar, dass kein Land ein Monopol über die IT besitzt. Es gibt eine erprobte Strategie für den Erfolg, die von jedermann anwenden kann. Als Resultat Wir bewegen uns hin zu einer Welt mit vielen IT-Zentren.“

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